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Ein ganz besonderer Freitag

  • 10. Mai 2019
  • 3 Min. Lesezeit

Freitag Morgen, es ist der 10.05. - ein Meilenstein. Endlich Freitag, heißt es sonst immer, endlich Wochenende! Wie jeden Morgen mache ich mich mit meinem Auto auf den Weg zum Büro, man könnte fast meinen, es sei alles wie immer. Aber heute ist nicht einer dieser "endlich Freitag"-Freitage, heute ist mein letzter Tag. Nicht nur mein letzter Tag bei diesem Arbeitgeber, nein mein letzter Tag als Arbeitnehmer - zumindest auf unbestimmte Zeit. Vor zwei Monaten habe ich meine Kündigung eingereicht, strahlend, voller Vorfreude und völlig ohne Angst. Seitdem zähle ich die Tage, am 28.05. geht der Flieger ans andere Ende der Welt. Heute ist er da, der Tag der Tage, heute sage ich "Tschüss, liebe Kollegen". Fast zweieinhalb Jahre habe ich hier gearbeitet, 8 Stunden pro Tag, 40 Stunden pro Woche.


Das letzte Mal öffnen sich heute morgen die Schiebetüren für mich, das letzte Mal setze ich mich an meinem Schreibtisch, der liebevoll geschmückt ist. Seit ich Miguel, meinen Partner und besten Freund, kenne, diesen Freigeist, der mir eine Welt abseits des klassischen Arbeitnehmer-Lebens eröffnet hat, seitdem ist alles anders. Seitdem möchte ich raus in die Welt, ich möchte mein eigener Chef sein, ich möchte das tun, was ich liebe und wofür ich brenne. Und heute bekomme ich das. "Endlich hast du es geschafft!", heißt es hier und da, endlich ist die Zeit rum. Endlich, na ja...

Die gesamte vergangene Woche war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Tag für Tag schlich sich die Realität ein, dass ich bald weit weg sein werde. Ganz langsam und ganz leise aber immer wieder ein kleines bisschen mehr. Montag schien es alles noch so fern, bis ich nach Feierabend realisierte, dass dies mein letzter Montag in diesem Unternehmen war. Dienstag ging ich mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit - nur noch vier von fünf. Mittwoch, oh man, es wird langsam wirklich ernst. Donnerstag, der vorletzte Tag, und heute ist Freitag, hier stehe ich nun. Ich verabschiede mich von Kollegen, die inzwischen zu Freunden geworden sind. Menschen, die mich Tag für Tag sahen, die so viel von mir mitbekommen haben, mit denen ich so viel geteilt habe. Ich habe lange auf diesem Moment gewartet, indem ich mich frei mache von meinem Job, um mich endlich in dieses große Abenteuer zu schmeißen. Doch heute, jetzt wo dieser Wendepunkt in meinem Leben wirklich gekommen ist, da ist von der lauten, mutigen Vorfreude nicht mehr wirklich viel übrig. Veränderungen und Abschiede fielen mir schon immer schwer, daher war mir bewusst, dass es nicht leicht werden würde. Ich wusste, es würde schwer werden zu gehen und doch war und bin ich zu 100% überzeugt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann, dass sich eine Entscheidung richtig und trotzdem unglaublich schmerzhaft zugleich anfühlen kann. Dass es passieren kann, dass man sich auf die Zukunft freut und trotzdem traurig ist, etwas wichtiges dafür zurücklassen zu müssen.


Liebe Kolleginnen und Kollegen oder eher - liebe Freunde, das hier ist für euch. Danke für knapp 2,5 Jahre voller Lachen, lustiger Insider, geteilter Freude, geteilter Geschichten, langer Gespräche, guter Zusammenarbeit, mit einigen wenigen Zickereien und doch immer dem Gefühl von Gemeinschaft. Danke fürs Erzählen und Zuhören, danke fürs Lachen und gemeinsam Aufregen, danke für eure Freundschaft und eure Zeit. Danke, dass ihr für eine doch irgendwie fast zu kurze Zeit so ein großer Teil meines Lebens wart. Ich werde euch vermissen. Wir sehen uns ganz bald, eure Sarah.

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